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Über Vertrautes hinausgehen

Neue Amtsleiterin des Augsburger Bischofs feiert Ewige Profess in Bad Homburg
Über Vertrautes hinausgehen
Über Vertrautes hinausgehen
Provinzialoberin Sr. Cosima Kiesner CJ (links) bei der Befragung der beiden Professinnen (Sr. Anna Schenck CJ, rechts, Sr. Nathalie Korf CJ) © Congregatio Jesu/Robert Kiderle

Ihr neuer Job hat deutschlandweit Beachtung gefunden: Schwester Anna Schenck CJ wird die neue Amtsleiterin des Bischofs von Augsburg, Bertram Meier. Die Ordensfrau der Congregatio Jesu hat an diesem Samstag in Bad Homburg ihre Profess auf Lebenszeit abgelegt, zusammen mit ihrer Mitschwester Nathalie Korf, die künftig als Gemeindereferentin im pastoralen Raum Main-Taunus Ost eingesetzt wird. Nach zwei Jahren Noviziat und sieben Jahren zeitlicher Profess beginnt damit für die beiden Professinnen ein neuer Weg mit neuen Aufgaben, in der Congregatio Jesu „Sendung“ genannt.

International per Livestream

Rund 50 Mitschwestern, Angehörige, Freundinnen und Freunde und Weggefährten der beiden Professinnen waren in Bad Homburg dabei. Per Livestream konnten die Mitschwestern der Provinz in Deutschland, Österreich, Südtirol und Ungarn den feierlichen Gottesdienst, dem Pater Clemens Kascholke SJ vorstand, mitfeiern. Auch aus zahlreichen anderen Ländern weltweit schalteten sich Schwestern der CJ und der ebenfalls auf Mary Ward zurückgehenden Loretoschwestern (IBVM) zu. So nahmen unter anderem die beiden Generaloberinnen von CJ und IBVM, Jane Livesey und Noëlle Corscadden, aus Rom teil.

Etwas Handfestes dabei haben

Mit Ablegen des Professversprechens, der Unterschrift unter der Gelübdeformel und dem Eintrag ins Professbuch bekamen die beiden Schwestern ihre Professkreuze überreicht. Beide hatten sich dazu entschieden, dafür ein schlichtes Holzkreuz zu wählen, das sie jeweils schon seit vielen Jahren bei sich tragen. „Dieses kleine Kreuz kennt mein Leben, häufig greife ich im Alltag danach, in schönen, dankbaren Momenten, aber auch in herausfordernden Situationen. Der Blick auf Jesus und der Griff nach dem Kreuz geben mir Kraft“, so Schwester Nathalie. „Es ist gut, etwas Handfestes dabei zu haben auf dem Weg, für den wir uns heute ganz hingegeben haben“, ergänzte Schwester Anna.

Freiheit ist mehr

In ihrer Ansprache nahm Schwester M. Sabine Adam CJ Bezug auf den von den beiden Professinnen ausgesuchten Text im Johannesevangelium, in dem Jesus den Jüngern am See Genezareth erscheint. „Ihr werdet konfrontiert mit vielen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensentwürfen. Ihr seid aufgerufen, einen Weg zu den Mitmenschen zu finden, zu verstehen, wie und wovon sie leben, und zu erzählen, was euch antreibt, was ihr erfahren habt, warum ihr so lebt, wie ihr lebt. Und wenn ihr unsicher seid, wenn ihr nach rechten Worten sucht oder euch nicht verstanden fühlt, dann wisst, dass das dazugehört. Das ist der Preis dafür, dass ihr über Bekanntes und Vertrautes hinausgeht.“, sagte sie an die beiden Schwestern gewandt.

In diesem Sinn sei die mit der Ewigprofess verbundene Ganzhingabe auch ein Teil der Erfahrung, „dass Freiheit viel mehr ist als das Wählen zwischen einer sich immer mehr steigernden Anzahl von Optionen“.

Weitere Informationen: https://www.congregatiojesu.de/nachrichten/ewigprofess-2020. Ein Interview mit den beiden Schwestern gibt es hier