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Sich die Freude nicht nehmen lassen

Pfarreien im Bistum Limburg gehen kreative Wege bei der Erstkommunionvorbereitung
Sich die Freude nicht nehmen lassen
Sich die Freude nicht nehmen lassen
Ein Bild aus Zeiten vor Corona: So jedenfalls wird auch in diesem Jahr die Erstkommunion nicht gefeiert werden können. © Benjamin Dahlhoff

Das neue Konzept für die Erstkommunionvorbereitung, das die Pfarrei Heilig Geist Goldener Grund/Lahn entwickelt hat, erleichtert in Corona-Zeiten die Vorbereitung der 80 Kommunionkinder. Die Hauptverantwortung liegt dabei bei einem Team aus Ehrenamtlichen. Dieses Leitungsteam Erstkommunion bereitet die Eltern auf die eigenständige Glaubensweitergabe an ihre Kinder vor. Die Eltern entscheiden, ob die Kinder in der Familie oder in Gruppen mit anderen Kindern auf die Erstkommunion vorbereitet werden. Mit Unterstützung des Leitungsteams organisieren sie die Gruppen und bestimmen selbst, wann ihr Kind bereit für den Empfang des Sakramentes ist.

Flexibilität durch neues Konzept

„Die Eltern waren zuerst skeptisch, aber jetzt sind sie sehr zufrieden. So können die eigenen Traditionen der neun Kirchorte bei jeder Vorbereitung berücksichtigt werden“, sagt das Leitungsteam. Es stellt den Eltern einen flexiblen inhaltlichen Themenkatalog zur Verfügung, mit dem die Kleingruppen arbeiten können, und bietet Elternabende und Glaubensgespräche an. An drei Kirchorten haben sich die Gruppen inzwischen entschieden, die Erstkommunion auf 2022 zu verschieben. Die übrigen Kinder verteilen sich auf selbst festgelegte Termine, wo sie in kleinen Gruppen das Sakrament der Eucharistie mit ihren Familien feiern können. „Wir lassen uns die Freude nicht nehmen“, heißt es aus dem Leitungsteam. „Dank dem Engagement der Eltern muss die Kommunion nicht ausfallen.“

Digitale Gruppentreffen und eine Sammelaktion

Auch die Pfarrei St. Birgid in Wiesbaden hat einen Weg gefunden, trotz aller Einschränkungen die Erstkommunion zu feiern. Die Vorbereitungen starteten für die 95 Kinder Anfang des Jahres, derzeit treffen sie sich in Kleingruppen einmal die Woche digital. In den sechs Kirchorten der Pfarrei liegen in den Gottesdiensten Beutel mit Materialien für die Kinder aus, die sie für die kommende Woche in den Gruppenstunden benötigen. „Wir feiern die Erstkommunion bewusst nicht am Weißen Sonntag“, sagt Gemeindereferent Johannes Mockenhaupt. „Wir planen viele kleine Gottesdienste für die Kommunionkinder in den Wochen vor den Sommerferien.“

Für die Tafel spenden

Mockenhaupt hat im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung mit den Schülerinnen und Schülern eine Spendenaktion für die Wiesbadener Tafel ins Leben gerufen. „Eine häufig gestellte Frage ist: was passiert mit dem Geld, das in den Klingelbeutel kommt? Mit der Sammelaktion wollen wir das sichtbar machen“, sagt Mockenhaupt. Bis Mai werden in den Gottesdiensten Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel gesammelt und dann gebündelt an die Tafel übergeben. Wegen der Pandemie soll das bei einem großen Gottesdienst passieren, der auf dem Sportplatz gefeiert wird. Letztes Jahr kamen bei der Aktion insgesamt 120 Kisten zusammen.

Familiengottesdienste und Kirchenraumprojekte

Speziell für die Kommunionkinder werden in der Pfarrei St. Peter Montabaur Familiengottesdienste gestaltet, die seit Beginn der Fastenzeit an allen Kirchorten gefeiert werden. Die Gruppenstunden mussten dagegen ausfallen. „Die Familien rotieren und besuchen an den Sonntagen auch mal die anderen Kirchen“, sagt Pastoralreferentin Inge Rocco. Außerdem gibt es Kirchenraumprojekte, die ebenfalls wöchentlich wechseln. In den Kirchen ist je eine Station zu finden, an denen die Kinder ein Quiz lösen, Kerzen selbst gestalten oder „Kirchen-Knigge“ lernen können. Gefeiert werden soll die Erste Heilige Kommunion in den Wochen vor den Sommerferien.

Kleine Feiern im Familienkreis

„Wir haben aus den Erfahrungen letztes Jahr gelernt. Im Juni und Juli ermöglichen das Wetter und hoffentlich niedrige Inzidenzzahlen kleine Feiern im Kreise der Familien“, hofft Inge Rocco. Familien mit Kommunionkindern sind auch besonders im Blick bei dem für die Karwoche geplanten „Erlebnispfad Ostern“, den die Pfarrei St. Peter in Kooperation mit der Stadt Montabaur organisieren will. Von Karsamstag, 27. März, bis Ostermontag, 5. April, kann die zweistündige Schnitzeljagd zwischen 10 und 18 Uhr individuell begangen werden.

Gemeinschaftserlebnis bewahren

„Wir wollen den Kindern das Fest nicht wegnehmen“: Unter dieser Prämisse steht die Erstkommunionvorbereitung in der Pfarrei St Ursula, Oberursel und Steinbach. Dass dabei teilweise „ins Nichts geplant werden muss“, macht es für Gemeindereferentin Sandra Anker "anstrengender  als im vergangenen Jahr". Verschieben sei bei rund 100 Kommunionkindern aber keine Option gewesen. „Wir hoffen, dass im Juni das Wetter gut ist, dann haben die Eltern eine Chance, auch im Freien zu feiern.“ Die Vorbereitungszeit wurde um die Hälfte gekürzt, erst nach Ostern sollen Gruppenstunden beginnen, bei denen die Kinder tatsächlich zusammenkommen: „Das Gemeinschaftserlebnis soll erhalten bleiben“, sagt die Gemeindereferentin.

Dichte und schöne Atmosphäre

Maximal zehn Kinder sind in den einzelnen Gruppen, die dann auch gemeinsam zur Erstkommunion gehen: 14 Erstkommuniongottesdienst werden es an allen Kirchorten im Juni sein. „An drei Wochenende gibt es nichts anderes als Erstkommunion: Aber dann sind eben die Kinder mal dran.“ Mit den Gottesdiensten der Kleingruppen habe man bereits 2020 sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Sandra Anker und berichtet von der „sehr dichten, schönen Atmosphäre“. Die Kinder seien nicht so aufgeregt gewesen wie in den "rappelvollen" Kirchen sonst, die Familien viel konzentrierter bei der Sache.

Unterricht per Zoom

Positive Rückmeldungen gibt es aus Frankfurter Pfarreien zur digitalen Vorbereitung. In der Dompfarrei St. Bartholomäus bietet Pastoralreferentin Beatrix Henrich seit sechs Wochen jede Woche fünfmal Erstkommunionunterricht per Zoom an, der gut angenommen werde. Zuerst sei man auf Sicht gefahren, berichtet sie, und habe mit zwei Gottesdiensten im Dom und St. Bernhard die Katechese verbunden. Gefeiert werden soll die Erstkommunion mit 70 Kindern an mehreren Orten im September, so die Hoffnung. Auf Onlinegruppenstunden und Familienbrief setzt auch die Pfarrei St. Marien. Der Empfang der ersten heiligen Kommunion ist wahlweise in einem Gruppengottesdienst oder - dann mit maximal zwei Kommunionkindern - in einem regulären Sonntagsgottesdienst möglich.

Keine Erstkommunion in 2021

Einen anderen Weg geht die Pfarrei Maria Himmelfahrt im Taunus. „Wir haben uns dazu durchgerungen, in diesem Jahr keine Erstkommunion zu feiern“, sagt Gemeindereferentin Magdalena Lappas. Nach drei vergeblichen Anläufen, mit der Vorbereitung zu beginnen, und vielen Rückmeldungen von besorgten Eltern und Katechetinnen sei der einstimmige Beschluss gefallen. Es könne nicht verbindlich geplant werden und Gemeinschaftserfahrungen in den Gruppen seien nicht möglich. Außerdem erschwerten die Gottesdienste unter Corona-Bedingungen den Kindern den Zugang zu dieser liturgischen Form, den Glauben zu feiern. 72 Familien hatten sich angemeldet, der größte Teil habe nicht nur mit Verständnis, sondern sogar mit Dankbarkeit auf die Entscheidung reagiert.

Kurs beginnt im Herbst

Zwei Familien machten von dem  Angebot Gebrauch, ihre Kinder Zuhause selbst vorzubereiten. Die zwei Kinder werden nach den Sommerferien im Sonntagsgottesdienst zur Erstkommunion gehen. Für alle anderen beginnt im Herbst der Vorbereitungskurs auf die Erstkommunion 2022. Bis dahin halten die Katechetinnen Kontakt zu den Kindern, die dann schon in die vierte Klasse gehen. Es sei jetzt bereits im Gespräch, es möglicherweise auch in den folgenden Jahren bei dieser Altersstufe zu belassen, so die Gemeindereferentin.

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