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21.04.2017

Libanesischer Priester zu Gast in Bad Homburg

Pfarrer Bou Daher spricht zur aktuellen Lage der Christen

BAD HOMBURG. – Die aktuelle Situation der Christen im Libanon steht im Mittelpunkt eines besonderen Predigt am Samstag, 22. April, in der Kirche Heilig Kreuz: Im Gottesdienst um 18 Uhr wird Pfarrer Abdo Antoine Bou Daher dazu sprechen. Er ist Dozent an der staatlich anerkannten katholischen Universität in Beirut und Regens des maronischen Priesterseminars und damit für die Ausbildung der Priesteramtskandidaten aller 13 Bistümer im Libanon zuständig.

In dieser Aufgabe ist ihm der Kontakt zur deutschen Kirche und Theologie besonders wichtig. Er versucht Brücken zu bauen zwischen den verschiedenen Kulturen und dem Ritus der Liturgie, der in der maronitischen Kirche von der Ostkirche geprägt ist. Mit Pfarrer Abdo Antoine Bou Daher sind die Christen der Pfarrei St. Marien in Bad Homburg eng mit der Situation im Nahen Osten, speziell mit dem Libanon verbunden.

Die Menschen im Libanon leben in einer Umgebung, die von Konflikten, Gewalt und Terror geprägt ist. Die besondere Aufgabe der Christen besteht in der Sorge für Dialog, Menschenrechte und Frieden. Konkret wird dies an der Jesuitenuniversität, an der Muslime und Christen, nicht nur aus dem Libanon, studieren.  Seit 2000 Jahren leben und glauben Christen im Heiligen Land, im Nahen Osten. Der Libanon ist seit Jahrhunderten das Land, in dem Christen und Muslime in Koexistenz zusammenleben. Heute gestaltet sich das Leben der drei Religionen, der Juden, der Christen und der Muslime als sehr schwierig.

Nach der Libanesischen Verfassung ist der Staatspräsident ein Christ, der Chef der Regierung ein sunnitischer Moslem und der Präsident vom Parlament ein Schiit. Von den vier Millionen Einwohnern des Libanons sind ca. 40 Prozent Christen. In der Bildung, d.h. den Schulen und Universitäten, spielen sie eine große Rolle. Christliche Bildungseinrichtungen und Universitäten sind angesehen und werden auch von Muslimen besucht. Der Dialog zwischen Christen und Muslime ist den katholischen Vertretern im Libanon - der sogenannten maronitischen Kirche - ein großes Anliegen. In verschiedenen offiziellen Dialogkreisen versuchen Christen und Muslime in guter Weise das Zusammenleben im Staat zu gestalten und Demokratie zu erhalten. 

In der Geschichte und bis heute ist der Libanon ein Zufluchtsort im Nahen Osten für Menschen aller Religionen. Aktuell leben im Libanon Eineinhalb Millionen Flüchtlinge, vornehmlich aus dem Irak und Syrien. Für das Land ist dies wirtschaftlich und religiös eine große Herausforderung. Zeltstädte müssen vom Staat gebaut und betreut werden, mit Unterstützung von internationalen Institutionen, wie z.B. Caritas -International, Unicef und dem Roten Kreuz.