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26.11.2017 – Pressemitteilung Bistum Limburg

Kirche für die Zukunft

Stadtpfarrkirche St. Marien in Bad Homburg wird wiedereröffnet

Die Bad Homburger Stadtpfarrkirche St. Marien erstrahlt in neuem Glanz (Fotos: Wiese-Gutheil/Bistum Limburg)

BAD HOMBURG.- Sieben Jahre der Renovierung, einer Erneuerung von außen und innen, liegen hinter der katholischen Stadtpfarrkirche St. Marien in Bad Homburg. Am Sonntag, 26. November, wurde sie vom Limburger Bischof Georg Bätzing in einem feierlichen Pontifikalamt wiedereröffnet. Für den Bischof ist es ein gutes Zeichen, wie er in seiner Predigt in dem überfüllten Gotteshaus sagte, dass die Wiedereröffnung gerade auf den Christkönigssonntag fiel, den letzten Sonntag im Kirchenjahr, der Aufbruch und Erneuerung verheißt.

In allen Krisen der Welt, in wachsender Unübersichtlichkeit und Unordnung, in „grundstürzenden Krisenzeiten“ auch in der Kirche, „setzt der Christkönigssonntag einen mutigen und Mut machenden Akzent“, betonte der Bischof. Mit Jesus Christus werde den Menschen eine Zukunft verheißen, die die Welt erneuert. „Darum geht mit der Zeit nicht alles den Bach herunter, sondern es geht voran auf dem Weg der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe.“ Der christliche Glaube leugne nicht „all die irritierenden Phänomene unserer Zeit, das verantwortungslose Machtgehabe, die Raffgier und Ichsucht.“ Jesus aber stehe für „Ordnung, nicht Chaos, Auferstehung, nicht ewiger Tod, Gottes Reich, nicht bedrückende Macht und Gewalt“. Womöglich seien Umkehr und ein neues Denken angebracht, denn zuletzt müssten alle Menschen, ob gläubig oder nicht, Rechenschaft ablegen über ihr Leben: „Am Ende zählt die Menschlichkeit“. Vergewisserung, Erneuerung und Ermutigung aus dem Glauben könnten eine große Zukunft ermöglichen.

Zeit, Nerven und heiße Diskussionen 

Für diese Zukunft hat es sich nach den Worten des Bischofs gelohnt, „so viel Zeit, Kraft und finanzielle Mittel“ in den Bau zu investieren. „Zeit, Nerven, Geld und heiße Diskussionen“ hat die Renovierung auch laut Pfarrer Werner Meuer gekostet. Doch heute seien er und die gesamte Pfarrei mit ihren Kirchorten und muttersprachlichen Gemeinden „froh und tief bewegt“. Hier sei ein „prachtvolles Werk entstanden, von dem aus wir gemäß dem Wunsch des Papstes an die Ränder gehen können“. Die alten Reliquien der Pfarrei und eine neue Reliquie des Heiligen Bonifatius, die das Bistum Fulda der Marienkirche zur Verfügung gestellt hat, setzte Bischof Bätzing während der Festmesse wieder unter dem Altar bei.

Die Marienkirche wurde seit 2010 umfassend renoviert. Zunächst war der Kirchturm instandgesetzt worden. Dann folgten die Renovierung der Kirchenfenster und des Äußeren der Stadtpfarrkirche. Auch der Kirchplatz wurde neu gestaltet und führt jetzt einladend mitten in der Stadt zur Kirche. Die große Innenrenovierung begann im Herbst 2016. Wände, Gewölbe, Seitenkapelle und Taufkapelle erhielten einen neuen Anstrich. Die Altäre wurden gereinigt und restauriert, die Elektrik erneuert, ein neuer Beichtraum eingerichtet und die Kirchenbänke renoviert. Die Vier Evangelisten der ehemaligen Kanzel, zwei Seitenflügel des ehemaligen Marienaltars und ein neuer Reliquienschrein bekamen einen neuen Platz. In der Zeit der Innenrenovierung fand die Gemeinde Platz in der benachbarten evangelischen Erlöserkirche, ein „bewegendes ökumenisches Zeichen“, wie Pfarrer Meuer dankbar anmerkte.

Die Gesamtkosten für die Renovierung beliefen sich auf knapp 1,1 Millionen Euro. Das Bistum Limburg steuerte 340.000 Euro bei, vom Landesamt für Denkmalpflege kam ein Zuschuss von 80.000 Euro. Allein aus Spenden kamen fast 40.000 Euro zusammen. Den Fehlbetrag von noch einmal 40.000 Euro hoffe man, bis Weihnachten über Spenden einsammeln zu können, sagte Meuer zum Abschluss des Festgottesdienstes. (dw)

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