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16.06.2017

Gedenken an Christen jüdischer Herkunft

Gedenkandacht zum 17. Juni auf dem Katholischen Friedhof

BAD HOMBURG. - Das Schicksal von Christen jüdischer Herkunft steht am 17. Juni beim alljährlichen Gedenkgottesdienst für die Opfer von Kriegen und Gewalt auf dem Friedhof Bad Homburg (Gluckensteinweg 38) im Mittelpunkt. Der Gottesdienst in der Kapelle beginnt um 14 Uhr. Im "Raum des Gedenkens für die Opfer der Kriege und Gewalt" auf der Südseite der Friedhofs-Kapelle findet sich auch die Gedenkplakette für Elisabeth Selma Müller, die als konvertierte Jüdin in Auschwitz 1943 ermordet wurde. Ihr Schicksal teilte sie mit vielen Mitbürgern jüdischer Herkunft Bad Homburgs, die von den Nationalsozialisten vertrieben oder in den Konzentrationslagern ermordet wurden.

Die Geschichte von Christen jüdischer Herkunft ist noch wenig bekannt, auch wenn es prominente Beispiele gibt, wie Edith Stein/Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz, die 1942 in Auschwitz ermordet wurde und an die in der katholischen Kirche oft erinnert wird. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V. (GCJZ) und die Evangelische Stadtkirchenarbeit der Erlöserkirche machen aktuell noch bis 17. Juni in einer Ausstellung in der Stadtbibliothek Bad Homburg auf das Schicksal der Christen jüdischer Herkunft in Bad Homburg aufmerksam. Zu den Einzelschicksalen, die in dieser Ausstellung vorgestellt werden, gehört auch das von Elisabeth Selma Müller, die in der Gartenfeldstr. 15 wohnte und Mitglied der Pfarrei St. Marien war.

Erzählt wird auch die Geschichte von Dina Margarete Daub. Sie suchte als Katholikin jüdischer Herkunft mit ihrer Familie Schutz vor den Verfolgungen ihrer Umgebung und zog deshalb von Duisburg nach Bad Homburg. Doch auch hier wurden sie und ihre Familie verfolgt und denunziert. Schließlich wurde sie von Frankfurt aus nach Auschwitz deportiert und dort am 12.September 1943 ermordet. - Am 3. März dieses Jahres wurde in der Georg-Speyer-Str. 4 ein Stolperstein für Dina Daub verlegt. Am 17. Juni soll im Rahmen des Gedenkgottesdienstes nun auch für sie eine Erinnerungstafel im Raum des Gedenkens des Friedhofs enthüllt werden: Ein kleines Zeichen der Anerkennung eines großen Unrechts. (pm)