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09.10.2017

Das Land der aufrichtigen Menschen

Solidaritätsaktion: Sonntag der Weltmission am 22. Oktober

Zwangsheirat, Hexenverfolgung und Genitalverstümmelung sind trotz Verbotes in Burkina Faso noch weit verbreitet. Immer wieder werden Frauen und Mädchen zum Opfer. Fotos: Missio

LIMBURG/KÖNIGSTEIN.- Am Sonntag, 22. Oktober, feiert die katholische Kirche den Sonntag der Weltmission. Mit einer Kollekte des katholischen Hilfswerks missio unterstützen katholische Pfarreien im Bistum Limburg die Arbeit der weltweit ärmsten Diözesen. Der Weltmissionssonntag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Du führst mich hinaus ins Weite" (Psalm 18).

Gefängnisseelsorgerin besucht Bistum Limburg

Im Mittelpunkt der weltweit größten katholischen Solidaritätsaktion steht das westafrikanische Burkina Faso, was übersetzt "das Land der aufrichtigen Menschen" bedeutet. Sr. Hilaria Puthirikkal, die auf Einladung von missio vom 16. bis 22. Oktober das Bistum Limburg besucht, berichtet von der Situation in dem Land. Die indische Ordensschwester betreut in Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt von Burkina Faso, inhaftierte Frauen, die unter katastrophalen Haftbedingungen leben müssen und meist jahrelang ohne ein Urteil in Haft sitzen.

Burkina Faso im Westen Afrikas gehört zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Das Leben in dem westafrikanischen Land ist von einer großen ethnischen und religiösen Toleranz geprägt: Etwa 60 verschiedene Volksgruppen gibt es dort. Mehr als 40 Prozent der 20 Millionen Einwohner leben von weniger als 1,60 Euro pro Tag. Die meisten Menschen betreiben Kleinstlandwirtschaft. Dürreperioden treffen die in der Sahelzone liegenden Landesteile oft hart.

Zwangsheirat und Hexenverfolgung

Missio möchte mit der Aktion auch auf die Situation von Mädchen und Frauen hinweisen. Jahr für Jahr werden in Burkina Faso tausende Mädchen zwangsverheiratet, manche schon im Alter von 11 oder 12 Jahren. Traditionen wie Hexenverfolgung oder Genitalverstümmelung sind trotz gesetzlichen Verbots weit verbreitet. Die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt. Die katholische Kirche engagiert sich mit Bildungsinitiativen, Schutzprogrammen und Hilfe zur Selbsthilfe für eine Verbesserung - Mädchen und Frauen sollen Verantwortung für ihr Leben übernehmen dürfen.(clm)

Sr. Hilaria Puthirikkal kommt am 16. Oktober, 19 Uhr, in den Weltladen nach Herborn. Am 17. Oktober, 19 Uhr, hält sie einen Vortrag im Stadtmuseum Hofheim. Am 18. Oktober, 18 Uhr, feiert die Gefängnisseelsorgerin in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Wiesbaden einen Gottesdienst mit. Im Anschluss ist ein Gespräch im Pfarrzentrum geplant. Am Samstag, 21. Oktober, 18 Uhr, kommt die Schwester nach St. Josef, Kelkheim-Eppenhain, für einen Gottesdienst mit Gespräch. In Königstein ist am 22. Oktober, 16:30 Uhr, vor dem Gottesdienst eine Informationsveranstaltung zum Schwerpunktland Burkina Faso im Gemeindehaus in Schneidhain geplant.

Die Kollekte zum Sonntag der Weltmission ist die größte globale Solidaritätsaktion der Katholiken. Gläubige in rund 100 Ländern spenden für die Arbeit der etwa 1.100 ärmsten Diözesen der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Die Diözesen finanzieren daraus ihre Ausbildung, Seelsorge und Infrastruktur mit. Der Sonntag der Weltmission findet in Deutschland am vierten Sonntag im Oktober statt. Die Internationalen Katholischen Missionswerke missio Aachen und München veranstalten den Sonntag der Weltmission. 2016 sammelte missio Aachen etwa 3,97 Millionen Euro.

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