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St. Marien öffnet die Adventstüren

St. Marien öffnet die Adventstüren
St. Marien öffnet die Adventstüren
© Pfarrei St. Marien

Pünktlich zum Fest des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember hat eine antike Statue des Heiligen in der Stadtpfarrkirche St. Marien einen neuen Platz gefunden. In der rechten Seitenkapelle ist das Bildnis, geschaffen im 17. Jahrhundert, aufgestellt, allerdings ohne Arme. Die wertvolle, früher farblich gefasste Figur aus einem Altarensemble hat die Pfarrei von einem Gemeindemitglied geschenkt bekommen. Nun erinnert sie daran, dass Menschen heute mit ihren Händen das Teilen und die Solidarität des Heiligen Nikolaus in der Welt verwirklichen können. Die Statue wird im Gottesdienst am 6. Dezember gesegnet und in liturgischen Gebrauch genommen.

In der Adventszeit laden die Gemeinden der Pfarrei St. Marien Bad Homburg-Friedrichsdorf mit ihren sechs Kirchorten wieder zu vielfältigen Angeboten ein: Musikalisch eröffnet die Adventszeit ein festliches Orgelkonzert am Samstag, 1. Dezember, um 16 Uhr in St. Marien. Am Sonntag, 2. Dezember, 1.Advent um 15.30 Uhr findet ein Mitmachkonzert in St. Bonifatius, Friedrichsdorf und um 18 Uhr das 35. Bad Homburger-Adventssingen in Herz Jesu, Bad Homburg- Gartenfeld statt. Das Collegium Vocale unter Leitung von Dr. Helmut Foeller wird die Eucharistiefeier am 2. Advent um 11.30 Uhr in St. Marien musikalisch gestalten. In St. Johannes, Bad Homburg-Kirdorf singt der Kirchenchor St. Johannes/Herz Jesu am 23. Dezember um 9.30 Uhr Adventschoräle. 

Die Familienkirche Herz Jesu, Bad Homburg-Gartenfeld bietet am 5. Dezember um 15.30 Uhr den zweiten traditionellen Nikolausnachmittag für Kinder, Eltern und Großeltern an. Besondere Gottesdienste für Familien und Kinder finden in der Adventszeit am 2. und 16. Dezember in der Familienkirche Herz Jesu um 11 Uhr statt.

Der heilige Nikolaus besucht die Kinder in St. Bonifatius am 9. Dezember, dem zweiten Advent, nach dem Gottesdienst um 11 Uhr. In allen Kirchen werden Eucharistiefeiern im Kerzenschein, Roratemessen, gefeiert, zum Beispiel in St. Bonifatius donnerstags am 18 Uhr und  samstagmorgens um 7.30  Uhr in St. Marien. Zur Ruhe zu kommen, dazu lädt am Samstagmittag  um 12:05 Uhr die Atempause in der Marienkirche ein, ein viertelstündiges Innehalten mit Musik und Gebet.

Kunst und Kirche verbinden sich zu adventlicher Betrachtung bei der Themenführung „Engel im Advent“ in der Pfarrkirche St. Marien am 3. Adventssonntag, 16. Dezember, im Anschluss an die beiden Messen, gegen 10.30 Uhr und 12.30 Uhr.  Täglich von 8 bis 18 Uhr kann die große Adventskrippe in St. Marien besucht werden.

Beim ökumenischen Hausgebet am 10. Dezember werden alle ältere Menschen in den Seniorenheimen mit einem Präsent besucht. Den Besuchern liegt dabei besonders das Gespräch mit den Senioren am Herzen. Ökumenisch ist auch der Lebendige Adventskalender in Friedrichsdorf, der seit vielen Jahren gemeinsam mit der evangelisch-methodistischen Kirche ausgerichtet wird. 

Adventliche Ruhe und Besinnung mit Kerzenlicht und Weihrauchduft stehen im Mittelpunkt beim Abend der offenen Kirche am Samstag, 8. Dezember von 17 Uhr bis 21 Uhr in St. Marien.

Nikolaus von Myra (geboren zwischen 270 und 286 in Patara; gestorben am 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365) ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird in zahlreichen Kirchen begangen. Pfarrer Werner Meuer von St. Marien hat seine Geschichte und die bekanntesten Legenden rund um den heiligen Nikolaus zusammengetragen:

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des Römischen, später des Byzantinischen Reichs, heute der Türkei. Sein Name bedeutet im Griechischen „Sieg(reich)er des Volkes“ (aus νίκη und λαός).

Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige belegte Tatsachen. Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Quellen über Nikolaus’ Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta (um 700) und von einem Mönch Johannes aus dem Studitenkloster in Konstantinopel, das im 5. Jahrhundert gegründet wurde.

Der Überlieferung zufolge wurde er mit 19 Jahren von seinem Onkel Nikolaus, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht und dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Während der Christenverfolgung 310 wurde er gefangengenommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen verteilt er unter den Armen. Dies wird auch von den besser bezeugten Bischöfen des 4. Jahrhunderts, Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea berichtet und gilt dort als historische Tatsache. Im Fall von Nikolaus ranken sich darum verschiedene Legenden.

Die hll. Andreas von Kreta und Johannes vom Studitenkloster berichten, Nikolaus habe am Konzil von Nicäa teilgenommen und dort seinen Widersacher Arius geohrfeigt. Deshalb sei er zuerst verhaftet, gegen Ende des Konzils aber rehabilitiert worden. Nikolaus steht nicht in der Unterzeichner-Liste von Nicäa, die allerdings unvollständig überliefert ist. Andererseits gehört Bischof Theognis von Nicäa, den Nikolaus laut Andreas beim Konzil von der katholischen Sichtweise überzeugt haben soll, zu den historisch belegten Unterzeichnern.

Nach der Evakuierung der Stadt Myra und vor ihrer Eroberung durch seldschukische Truppen 1087 raubten süditalienische Kaufleute die angeblichen Gebeine aus der Grabstätte des Heiligen in der heute noch erhaltenen St.-Nikolaus-Kirche in Demre, indem sie den Sarkophag aufbrachen, und überführten die Reliquien ins heimatliche Bari. Die Reliquien befinden in der eigens errichteten Basilika von San Nicola.

Die Stadt feiert jedes Jahr zu Ehren des Heiligen vom 7. bis 9. Mai, dem vermutlichen Tag der Ankunft der Reliquien in Bari, ein Fest. Die Statue des hl. Nikolaus wird in einer Prozession von der Basilika bis zum Hafen, begleitet von über 400 Personen in historischen Kostümen, getragen. Auf einem Boot umrundet man dann damit die Bucht. Die türkische Nikolaus-Stiftung fordert die Reliquien des Heiligen zurück.

Legenden

Nikolaus’ Wirken hat zu vielfältigen Legendenbildungen beigetragen, die im Laufe der Jahrhunderte dazu führten, dass er als einer der wichtigsten Heiligen angesehen wurde. Die Legenden basieren allerdings nicht nur auf dem Leben des Bischofs von Myra, sondern auch auf denen eines gleichnamigen Abtes des Klosters Sion bei Myra, der später Bischof in Pinara war und 564 starb.

Mitgiftspende

Ein verarmter Mann beabsichtigte seine drei Töchter mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten. Nikolaus, noch nicht Bischof und Erbe eines größeren Vermögens, erfuhr von der Notlage und warf in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelang es dem Vater, Nikolaus zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken. Aufgrund dieser Legende wird der Heilige oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln als ikonographischem Heiligenattribut dargestellt.

Stillung des Seesturms

In Seenot geratene Schiffsleute riefen in ihrer gefährlichen Lage den hl. Nikolaus an. Ihnen erschien ein mit Wunderkräften ausgestatteter Mann und übernahm die Navigation, setzte die Segel richtig und brachte sogar den Sturm zum Abflauen. Daraufhin verschwand der Mann wieder. Als die Seeleute in der Kirche von Myra zum Dank für ihre Rettung beteten, erkannten sie den Heiligen und dankten ihm.

Kornwunder

Während einer großen Hungersnot erfuhr der Bischof von Myra, dass ein Schiff im Hafen vor Anker liege, das Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hatte. Er bat daher die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um in der Not zu helfen. Diese wiesen zuerst die Bitte zurück, da das Korn genau abgewogen beim Kaiser abgeliefert werden musste. Erst als Nikolaus ihnen versprach, dass sie für ihr Entgegenkommen keinen Schaden nehmen würden, stimmten die Seeleute zu. Als sie in der Hauptstadt ankamen, stellten sie verwundert fest, dass sich das Gewicht der Ladung trotz der entnommenen Menge nicht verändert hatte. Das in Myra entnommene Korn aber reichte volle zwei Jahre und konnte sogar noch zur Aussaat verwendet werden.