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Religionsunterricht als große Chance

Oliver Knauß ist der neue Leiter des Amtes für katholische Religionspädagogik Taunus
Religionsunterricht als große Chance
Religionsunterricht als große Chance
© Reichwein/Bistum Limburg

Oliver Knauß ist der neue Leiter des Amtes für Katholische Religionspädagogik Taunus. Er hat damit die Nachfolge von Juliane Schlaud-Wolf angetreten, die im Mai bischöfliche Beauftragte für Kirchenentwicklung geworden ist. Der 39-jährige Theologe bringt für sein neues Arbeitsgebiet Erfahrungen aus vielen Feldern mit. Gebürtig in Neuwied hat der gelernte Koch auf dem zweiten Bildungsweg auf dem Erzbischöflichen Friedrich-Spee-Kolleg in Neuss sein Abitur nachgeholt und anschließend Katholische Theologie in Bonn und Erfurt studiert. Sein Diplom hat er 2009 auf der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar erworben.

Als Krankheitsvertretung in den Schuldienst „geschlittert“, wie er erzählt, unterrichtete Knauß neun Jahre an der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg Religion und später als zweites Fach Gesundheitsökonomie. Dafür hatte er in Nürnberg eine Fortbildung als Berater für Ethik in der Medizin absolviert und aus Interesse für das Fach gleich ein Fernstudium für Gesundheitsmanagement angeschlossen, das er mit dem Master abschließen wird. Im August 2018 wechselte er für ein Jahr als Referent für Ethik in Medizin und Pflege nach Köln an die Hospitalvereinigung St. Marien unter Trägerschaft der Cellitinnen, stellte dort aber fest, „dass meine Heimat in schulnahen Themen liegt“.

An der neuen Position reizen ihn die Möglichkeit, selbst gestalten zu können, und die inhaltliche Auseinandersetzung mit Glauben und Kirche, die mit der Frage nach einem guten Religionsunterricht verbunden sei. Konfrontiert mit der Lebenswirklichkeit der Schüler gelte es, nichts schön zu reden, die Fragen der Zeit nicht auszublenden und „gute und kompetente Antworten parat haben“, ist er überzeugt. Den Religionsunterricht begreift er als eine große Chance, Schüler im System Schule ganz anders wahrzunehmen und anzusprechen. Ein offenes Ohr will er vor allem für die Anliegen der Lehrer haben, die er ausdrücklich als „Kollegen“ ansieht. Er ist dankbar für die bestehenden guten Kontakte zu den Schulen in den beiden Bezirken Hochtaunus und Main-Taunus – 130 an der Zahl, davon vier in katholischer Trägerschaft. Bei vielen von ihnen wird der kommunikative Rheinland-Pfälzer in den kommenden Wochen und Monaten persönlich vorstellig werden.

Ein besonderes Anliegen ist ihm jetzt bereits die Religionspädagogische Bibliothek, die auf aktuellem Stand gehalten und von außen wahrgenommen werden soll. Das Angebot der kostenlosen Ausleihe richtet sich nicht nur an Lehrer, sondern auch an Mitarbeiter der Kirchengemeinden und all diejenigen, die im religionspädagogischen Bereich tätig sind. 10.000 Medien stehen bereit, von Unterrichtsmaterial, Filmen, Folien, Plakaten und Landkarten bis zu Legematerialien und Egli-Figuren.

Privat kocht und backt Knauß gerne, er liebt Gartenarbeit, mag Oper und Konzerte und reist bevorzugt ins Elsass. Seinen Wohnsitz in Runkel bei Limburg will der Neue behalten – „ich schätze das Landleben und die Ruhe“ -, aber er freut sich jetzt schon auf „den ersten Schnee im Taunus“.

Das Amt für katholische Religionspädagogik Taunus mit Sitz in Oberursel ist für die Aus-, Fort- und Weiterbildung der katholischen Religionslehrer im Hochtaunus und Main-Taunus und die Zusammenarbeit mit den staatlichen Schulämtern in Friedberg und Rüsselsheim zuständig.