Kategorien &
Plattformen

Gedenkstein für eine Kirche

Gedenkstein für eine Kirche
Gedenkstein für eine Kirche
© Anne Kossatz

In der Taunusstraße in Seulberg erinnert jetzt ein Gedenkstein an die ehemalige Herz-Jesu-Kirche. Vor der Nieder-Ramstädter-Diakonie ist am Dienstag, 31. August, ein Stein aus Marmor mit der Inschrift „Herz-Jesu-Kirche – 1913 bis 2012“ in das Verbundpflaster so eingelassen worden, dass ihn jeder Fußgänger vom Bürgersteig Taunusstraße aus ins Blickfeld bekommt. Der Stein stammt aus dem ehemaligen Altarbereich und wurde von einem Steinmetz passend zugeschnitten. Das gemeinsame Gedenken vor Ort wurde von Klaus Klepper, dem ehemaligen Pfarrer von Herz Jesu, begleitet.

Als in den 1970er Jahren viele Spätaussiedler kamen, wurden die seit seit 1913 bestehende Herz-Jesu-Kirche in Seulberg und die Marienkirche aus den 50er Jahren bald zu klein. Schnell stieg die Zahl der Gemeindemitglieder auf 5000. 1970 erwarb die Pfarrei Herz-Jesu aus diesem Grund das Grundstück an der Ostpreußenstraße 33 mit dem Ziel, dort eine neue Kirche zu errichten. Der Grundstein wurde 1991 gelegt. 1993 weihte Bischof Franz Kamphaus das Gemeindezentrum, das den Namen des Hl. Bonifatius erhielt. In der Folge mussten die Friedrichsdorfer Katholiken von der Marienkirche und 2012 auch von der Herz - Jesu - Kirche Abschied nehmen. St. Bonifatius wurde neue Pfarrkirche. Seit Januar 2015 ist St. Bonifatius Teil der Pfarrei St. Marien Bad Homburg - Friedrichsdorf. Die Initiative zu der ungewöhnlichen Aktion, mit einem Gedenkstein die Kirche im Gedächtnis zu halten, ging vom hiesigen Ortsausschuss aus in Zusammenarbeit mit der Diakonie, die sich auch an den Kosten beteiligt.

Altar, Tabernakel und Ambo aus der Marienkirche gingen 1993 an die Heimatgemeinde von Pfarrer Pietschmann in Hainspach/Tschechien. Altarkreuz, Glocken, Kreuzweg, Orgel und Marienstatue fanden in St. Bonifatius einen würdigen Platz. Das Turmkreuz über dem Seiteneingang und die Wandlungsglocke über dem Haupteingang erinnern an die Herz Jesu-Kirche.