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Anders als die anderen

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Anders als die anderen

"Anders als die Anderen: Antisemitismus, Islamophobie und andere Ängste" : Unter diesem Titel wird am Montag, 19. November, von 20 bis 22 Uhr beim 25. Gesellschaftspolitischen Forum Hochtaunus über die Zunahme antisemitischer, islamophober und anderer menschenverachtender Einstellungen diskutiert. Auf dem Podium sind Deborah Krieg, die stellvertretende Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, Burak Yilmaz, der als Sozialarbeiter in Duisburg im Projekt HeRoes u. a. Fahrten mit muslimischen Jugendlichen nach Auschwitz organisiert, und Jacob Donath, der seine Erfahrungen als Kommunalpolitiker und jüdischer Bürger Bad Homburgs einbringen wird. Die Theologin Britta Baas vom Magazin Publik Forum wird Auskunft geben, wie die Haltung des Christentums zur Thematik ist. Veranstaltungsort ist die Stadtbücherei in Bad Homburg (Dorotheenstraße 24) , Moderator der Journalist Meinhard Schmidt-Degenhard.

"Dass das Thema, das wir schon im Frühjahr festgesetzt hatten, kurz vor dem Veranstaltungstermin eine so schreckliche Aktualität bekommen hat, hat uns im Vorbereitungsteam des Gesellschaftspolitischen Forums schwer erschüttert", bekennt Christoph Diringer vom Katholischen Bezirksbüro. Die Ermordung von elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh Ende Oktober zeige, wie notwendig es sei, über Antisemitismus zu sprechen. Zwar habe er in Deutschland jüngst nicht so brutale Formen angenommen wie in den USA, sagtTobias Krohmer vom Evangelischen Dekanat. Doch belegten die Attacke auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz im September sowie die Häufung von Angriffen auf als Juden erkennbare Mitbürger, dass Antisemitismus 80 Jahre nach den Novemberpogromen offenbar auch hier wieder gesellschaftsfähig geworden ist.

Handelt es sich, wie von rechtspopulistischer Seite behauptet wird, ausschließlich um einen Import aus Ländern des Nahen Ostens mit notorisch schlechten Beziehungen zu Israel? Oder wird vielmehr durch die, gerade von Rechtspopulisten betriebene, allgemeine Verschiebung der Grenze des Sag- und Vertretbaren aktuell nur sichtbar, was latent immer schon vorhanden war? Muss man das Erstarken des Antisemitismus' gerade im Kontext einer sich allenthalben ausbreitenden und auch gegen Muslime gerichteten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sehen? Diesen Fragen soll beim 25. Gesellschaftspolitischen Forum nachgegangen werden, erläutert Birgit Wehner von der Katholischen Erwachsenenbildung.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.