BAD HOMBURG/LIMBURG. – Sich für den Frieden einsetzen kann mitten im friedlichen Deutschland vieles bedeuten - zum Beispiel die Entscheidung für „saubere“, fair hergestellte Kleidung. „Da geht es um den Schutz von Arbeits- und Menschenrechten hier und in anderen Ländern“, sagt Dominic Kloos (30), neuer Friedensarbeiter der pax christi-Bistumsstelle Limburg: „Und dafür können wir hier ganz konkret etwas tun.“ Der gebürtige Saarländer, der wie seine Vorgänger seinen Dienstsitz im Katholischen Bezirksbüro in Bad Homburg hat, will mit solchen Themen verstärkt jüngere Leute für die Anliegen der katholischen Friedensbewegung interessieren. „Für viele Jugendliche ist Friedensarbeit doch ein Relikt aus den 80er Jahren“, bedauert er. Dabei sei sie aktuell und nötig wie nie, nicht nur angesichts weltweiter Konflikte, an denen Deutschland als weltgrößter Waffenexporteur durchaus beteiligt sei, sondern ebenso im Blick auf die weiter wachsende Kluft zwischen den wohlhabenden Industriestaaten und den Entwicklungsländern. Aufklärung und Information will er daher zu Schwerpunkten seiner Arbeit machen, unter anderem mit Aktionen und Veranstaltungen in Schulen, bei katholischen Verbänden oder in Pfarrgemeinden.
Kloos ist der vierte hauptamtliche Friedensarbeiter, der auf der 1997 geschaffenen Arbeitsstelle das Engagement von pax christi im Bistum Limburg professionell unterstützen soll. Der Politikwissenschaftler, der in Luxemburg zur Schule gegangen ist und in Trier, Mainz und England studiert hat, hat in seinem Zivildienst und durch Praktika internationale Erfahrungen unter anderem in Nicaragua, Namibia und Bangladesch gesammelt. Entwicklungspolitik ist daher für ihn ein wichtiger Bestandteil heutiger Friedensarbeit. Da er zum Thema „Saubere Kleidung“ derzeit noch ein laufendes Projekt beim „Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene“ abschließt, ist er bis 31. Juli nur halbtags für pax christi tätig.
Zu seinen vielfältigen Aufgaben in der Bistumsstelle gehört die Weiterführung bewährter Initiativen wie die Organisation rund um die „Wander-Friedenskerze“. Seit 2002 wird im Rahmen dieser Aktion, die von einem breiten konfessionellen Bündnis getragen wird, zum Gedenken an Opfer von Krieg, Terror und Gewalt zu Friedensgebeten eingeladen. Als verbindendes Symbol werden immer vom 1. September an Friedenskerzen von Gemeinden und Einrichtungen in Hessen und Rheinland-Pfalz weitergereicht. Kloos wird zudem Mitglied der Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein Main sein, die von den beiden pax christi Bistumsstellen Limburg und Mainz, dem Friedenspfarramt der Evangelischen Kirche und der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz initiiert wurde.
Die katholische Friedensbewegung pax christi feierte im letzten Jahr ihr 60. Bestehen. Als die deutsche Sektion 1948 gegründet wurde, stand unter den Nachwirkungen des Krieges die deutsch-französische Aussöhnung im Mittelpunkt. Der Wunsch nach Frieden, Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit hat aber auch Jahrzehnte nach Ende des zweiten Weltkrieges nichts von seiner Aktualität verloren. Seit 60 Jahren setzen sich dafür die Mitglieder ein und versuchen, christliche Spiritualität, Information und politische Aktion miteinander zu verbinden.
Weitere Informationen zu pax christi im Bistum Limburg gibt es in der Geschäftstelle in Bad Homburg, Dorotheenstraße, Telefon: 06172-928679, per Mail:friedensarbeiter@pax-christi.de oder im Internet unter http://www.pax-christi.de. (rei)